Zwischenmiete & Zwischenmietvertrag

Was ist eigentlich eine Zwischenmiete?

Sie müssen beruflich für eine Zeit ins Ausland? Oder Sie planen im nächsten Jahr vielleicht ein Sabbatical, um auf Weltreise zu gehen? Dann könnte das Thema Zwischenmiete für Sie interessant werden. Gerade in den Metropolen wie München oder Frankfurt kann es wegen der hohen Mietpreise empfehlenswert sein, die bestehende Mietwohnung nicht aufzugeben. Aber eine leerstehende Wohnung würde doppelte Kosten bedeuten. Das können und wollen sich nur die wenigsten leisten. Doch ist eine Zwischenmiete überhaupt erlaubt? Theoretisch schon, aber Ihr Vermieter hat ein Mitspracherecht, dass Sie unbedingt beachten sollten. Es gibt auch Fälle, in denen er Ihnen eine Zwischenmiete verbieten kann. RE/MAX Germany erklärt in Kürze, worauf bei einer Zwischenmiete zu achten ist.

 

Keine Zwischenmiete ohne den Vermieter.

Es gibt viele Gründe, warum ein Mieter seine Wohnung für eine Zeit untervermieten möchte. In der Regel wird eine Zwischenmiete in Erwägung gezogen, um einen längeren Auslandsaufenthalte zu überbrücken. Zum einen kann es sein, dass der Mieter seine Wohnung nicht aufgeben möchte, da sie ihm sehr gut gefällt oder er eine günstige Miete hat. Zum anderen möchte er durch die Zwischenmiete doppelte Mietkosten umgehen. Schließlich braucht er an seinem neuen Aufenthaltsort auch eine Unterkunft. Aber es gibt auch Fälle, bei denen sich ein Mieter z. B. durch einen Arbeitsplatzverlust oder eine Scheidung die Miete nicht mehr leisten kann und er deshalb ein Zimmer untervermieten möchte.

Doch Vorsicht: bevor Sie sich auf die Suche eines Untermieters begeben, müssen Sie zuallererst Ihren Vermieter von Ihrem Vorhaben informieren. Tun Sie dies nicht, riskieren Sie eine fristlose Kündigung. Ist der Vermieter mit der Untervermietung mit zeitlicher Befristung einverstanden, sollten Sie sich die Erlaubnis zur Sicherheit schriftlich geben lassen. Denn eine einmal gegebene Zustimmung darf der Vermieter nicht einfach widerrufen. Es sei denn, es sprechen wichtige Gründe gegen die Untervermietung.

 

In den meisten Fällen muss der Vermieter einer Zwischenmiete zustimmen.

Ein Vermieter darf nur in den wenigsten Fällen seine Erlaubnis zur Zwischenmiete verweigern. Allerdings muss der Mieter ein „berechtigtes Interesse“ vorweisen können. Dieses darf erst nach dem Mietabschluss entstanden sein. D. h. ein Mieter darf sich nicht einfach eine Wohnung auf unbestimmte Zeit durch einen Zwischenmietvertrag reservieren. Dies könnte z. B. der Fall sein, wenn er mit einer/einem neuen Lebenspartner/-in zusammenzieht.

Kann sich jedoch ein Mieter die alleinige Miete aus finanziellen Gründen nicht mehr leisten, darf der Vermieter laut eines Urteils des Amtsgerichts München (Az.: 422 C 13968/13) die Untervermietung eines Zimmers nicht verweigern. Allerdings darf der Mieter das Zimmer nicht überbelegen. D. h. er darf nicht gleich eine ganze Familie in einem Zimmer einziehen lassen.

Ganz anders sieht die Situation jedoch bei der Untervermietung an Touristen aus. Vor allem jüngere Leute sehen in der Vermietung durch Airbnb eine gute Möglichkeit ihre Wohnung auch bei kürzeren Reisen unterzuvermieten und so die Reisekasse aufzufüllen. In diesem Fall darf der Vermieter seine Zustimmung jedoch verweigern. Denn laut einem Urteil des BGH ist für eine Vermietung an Touristen eine gesonderte Erlaubnis erforderlich (BGH, 08.01.2014 – VIII ZR 210/13). Fehlt diese, riskieren Sie eine fristlose Kündigung.

 

Zwischenmiete per Zwischenmietvertrag.

Ist die Zustimmung durch den Vermieter erfolgt, darf der Mieter einen Zwischenmieter suchen. Hat er den passenden Untermieter gefunden, schließt er mit diesem einen Zwischenmietvertrag ab. In dem Untermietvertrag werden die Höhe und Dauer der Miete, und eine eventuelle Mietkaution festgehalten. Auch ist es empfehlenswert sich vom Untervermieter eine private Haftpflichtversicherung vorlegen zu lassen. Denn schließlich haftet der Hauptmieter bei eventuellen Schäden(z. B. Wasserschäden, Mietsachschäden) gegenüber dem Vermieter und nicht der Untermieter. Es ist jedoch durchaus zulässig, dass der Hauptmieter vom Zwischenmieter mehr Miete verlangt, als er selbst zahlt. Es kann also durchaus sein, dass dieser durch die Zwischenmiete einen Gewinn macht.