Junges Paar beim Immobilienkauf

Tipps für unverheiratete Paare beim Immobilienkauf

In Deutschland leben Millionen Paare ohne Trauschein zusammen. Das kann viele Vorteile haben, im Falle eines gemeinsamen Immobilienkaufs gibt es jedoch einiges zu beachten. Dadurch wird vermieden, dass einer der Partner im Falle einer Trennung oder beim Tod des Partners benachteiligt wird. Während Ehepartner in der Regel im Güterstand einer Zugewinngemeinschaft leben, gibt es für unverheiratete Paare keine Rechtssicherheit und damit auch keinen Wertausgleich. Vorbeugen kann man durch einen Partnerschaftsvertrag. Auch die Gründung einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) kann Ärger vermeiden.

 

Partnerschaftsvertrag statt Trauschein

Grundsätzlich gilt: Der Eintrag im Grundbuch bestimmt die Eigentumsverhältnisse. Deshalb sollten sich beide Partner im Grundbuch eintragen lassen. Haben sie unterschiedlich viel zum Kauf beigesteuert, kann statt der hälftigen Verteilung auch ein Beteiligungsverhältnis eingetragen werden.

In einem notariell beurkundeten Partnerschaftsvertrag oder im Gesellschaftervertrag der GbR können die weiteren Regelungen für den Fall einer Trennung vereinbart werden. Hier kann festgehalten werden, ob im Falle einer Trennung die Immobilie verkauft werden soll, bzw. wer ausziehen muss. Auch wird die Entschädigungshöhe festgelegt, die der Partner, der die Immobilie behält, dem anderen auszahlen muss. Der Vertrag regelt zudem, inwiefern eventuelle Eigenleistungen eines Partners beim Bau oder Umbau einer Immobilie berücksichtigt werden.

Der Vertrag sollte die Interessen beider Partner bestmöglich berücksichtigen, um einer Wertminderung der Immobilie durch eine Zwangsversteigerung vorzubeugen. Aus diesem Grund empfiehlt es sich, frühzeitig einen Notar zu konsultieren.

 

Die Wichtigkeit eines Erbvertrags beim Immobilienkauf

Auch der Tod eines der Partner sollte beim Immobilienkauf bedacht werden. Gibt es keinen Erbvertrag, erben die leiblichen Kinder des Verstorbenen bzw. dessen Eltern den entsprechenden Anteil an der Immobilie. Selbst wenn der Lebensgefährte im Testament bedacht ist, steht nahen Verwandten ein gesetzlicher Pflichtteil zu. Dieser beträgt immerhin die Hälfte des Anspruchs. Das heißt: Gehörte die Immobilie dem verstorbenen Partnern zur Hälfte, bekommen die Erben ein Viertel der Immobilie. Auch das Finanzamt langt bei unverheirateten Paaren im Erbfall kräftig zu. Während der erbschaftssteuerliche Freibetrag bei Ehegatten 500.000 EUR beträgt, steht dem überlebenden Partner nur ein Freibetrag von 20.000 EUR zu. Die REMAX-Makler empfehlen zudem ein lebenslanges Nießbrauchsrecht an der Immobilie einzutragen. Dadurch erhält der überlebende Partner die alleinige Weiternutzung der Immobilie. Auch wenn Verwandte Miteigentümer der Immobilie sind. So lässt sich auch die Erbschaftssteuer umgehen.