Tipps für den Gartenzaun

Kuriose Rechtsstreitigkeiten unter Nachbarn

Es ist schon amüsant, mit welchen Fällen sich die Gerichte hierzulande manchmal beschäftigen müssen. Nachbarschaftsstreitigkeiten sind dabei leider keine Seltenheit. Nachfolgend zwei kuriose Beispiele aus der Immobilienwelt:

 

Sag es dem Nachbarn durch die Blume

Nachbar A platziert an der Grundstücksgrenze seiner Immobilie zu Nachbar B auf einer Mülltonne einen sogenannten Frustzwerg mit obszön erhobenem  Mittelfinger.  Nachbar B fühlt sich davon provoziert und droht mit einer Klage, wenn der Frustzwerg nicht entfernt wird. Daraufhin legt A dem Mittelfinger einen Verband an und verziert diesen mit einer Blume. Nachbar B klagt dennoch.

Das Urteil: Durch das Verbinden des Mittelfingers und die Verzierung mit einer Blume wird die ggf. von einem Gartenzwerg ausgehende beleidigende Wirkung beseitigt. Denn dadurch hätte die Geste ihre missachtende Wirkung verloren und würde den Nachbarn B nicht mehr in seinem Persönlichkeitsrecht verletzen. Allein das Wissen um die Geste mit dem erhobenen Mittelfinger unter dem Verband würde nicht ausreichen. Der Gartenzwerg darf also stehenbleiben und Nachbar B muss sich mit dem Anblick des Gartenzwergs arrangieren.

 

Schwein gehabt – und behalten

Ein Mieter hält in seiner Wohnung ein Minischwein. Der Vermieter hatte im Mietvertrag zwar der Tierhaltung in der Wohnung grundsätzlich zugestimmt, aber er war der Meinung, dass ein Schwein kein Haustier ist. Deshalb sprach er dem Mieter die Kündigung aus mit der Begründung, dass das schweinische Aroma die Nachbarn belästige.

Das Urteil: Bei sporadischem Schweinegeruch bei offener Wohnungstür ist nur eine gelegentliche Wahrnehmung des Gestanks möglich. Damit liegt keine nachhaltige Belästigung von den Nachbarn vor. Solange von dem  Hausschwein keine Gefahr für die Nachbarn im Haus ausgeht, darf der Mieter also seinen schweinischen Mitbewohner behalten und die Kündigung ist nicht rechtswirksam.

 

Auf gute Nachbarschaft

Seine Nachbarn kann man sich leider nicht immer aussuchen. Seine Mieter dagegen schon. Ein rechtlich gut aufgesetzter Mietvertrag verhindert unnötige Streitigkeiten. Die Makler von RE/MAX stehen Ihnen gerne zu Verfügung, den für Sie passenden Mieter zu finden. Kontaktieren Sie uns und vereinbaren Sie einen unverbindlichen Beratungstermin.