Rechte & Pflichten vom Wohneigentümer

Nicht immer ist die WEG unauflöslich

Nach Paragraph 11 des Wohnungseigentumsgesetzes (WEG) ist eine Wohneigentümergemeinschaft unauflöslich. Doch keine Regel ohne Ausnahme: Wenn einer ständig querschießt und den Miteigentümern das Leben schwer macht, können diese ihn unter Umständen mittels einer Entziehungsklage dazu bringen, seine Wohnung zu veräußern.

 

Diese Gründe können zum Rauswurf führen

Die Entziehung von Wohneigentum ist ein schwerer Eingriff in das Grundrecht auf Eigentum. Deshalb muss eine Eigentümergemeinschaft gewichtige Gründe haben, um solch ein Verfahren anzustrengen. Dass der missliebige Miteigentümer unbequem ist, weil er bei der Eigentümerversammlung gerne Contra gibt, reicht hier natürlich nicht aus.

Es gab jedoch Fälle, die die Richter dazu bewogen, in die Grundrechte eines Wohneigentümers einzugreifen. So geschehen in Hamburg (318 S 50/15) wo die Amts- und später auch die Landgerichtsrichter entschieden, dass ein Eigentümer mit Messie-Syndrom seine selbst genutzte Wohnung verkaufen muss, weil er grob gegen seine Pflichten verstieß und eine weitere Nachbarschaft mit ihm nicht mehr zumutbar sei (siehe § 14 und 18 WEG).

Weitere rechtsrelevante Gründe für eine Entziehung sind zum Beispiel Tätlichkeiten und/oder Beleidigungen gegenüber anderen Wohnungseigentümern und dem Verwalter, dauernde Misstrauensbekundungen, wiederholte Sachbeschädigung und -beschmutzung und penetrante Fäkalgerüche aus dem Sondereigentum. (Gehen diese Pflichtverstöße von Mitbewohnern oder Mietern aus, so ist der  Wohnungseigentümer verantwortlich.)

 

Beim Geld hört die WEG auf

Die REMAX-Makler wissen, bei einer WEG ist es wie bei einer Freundschaft: Beim Geld hört die WEG auf. So gehört der Hausgeldverzug zu einer schwerwiegenden Pflichtverletzung. Ist ein Eigentümer mit seinen Hausgeldzahlungen mit mehr als drei Prozent des Einheitswertes seines Wohneigentums über mehr als drei Monate im Rückstand, kann eine Eigentumsentziehung beschlossen werden. Allerdings ist eine Zwangsversteigerung in so einem Fall einem langwierigen und umständlichen Entziehungsverfahren vorzuziehen. Das Entziehungsurteil nach Paragraf 18 Abs. 1 WEG verpflichtet den verurteilten Eigentümer nur, sein Wohneigentum zu veräußern. Es gibt der Gemeinschaft jedoch keinen Räumungsanspruch. Diesen hat nur der Erwerber der Wohnung.