Regeln zur Baumfällung im Garten

Baumfällung kann als bauliche Veränderung gelten

Wegen der teils heftigen Stürme in den letzten Monaten, denkt so mancher Gartenbesitzer zum Schutz seines Hauses darüber nach, den ein oder anderen Baum im Garten zu fällen. Denn manche Bäume sind nach seiner Meinung über die Jahre zu hoch gewachsen. Nun fürchtet der Hausbesitzer, dass sie beim nächsten starken Sturm abbrechen und auf sein Haus fallen könnten. Oder ihn stört, dass durch die Größe eines Baumes nicht mehr genug Sonnenlicht ins Haus kommt. Aber Vorsicht, selbst im eigenen Garten ist das Fällen eines Baumes nicht immer erlaubt.

 

Diese Punkte sollten Sie bei einer Baumfällung beachten

Für das Fällen eines Baumes eignen sich am besten die Monate von November bis Anfang Februar.  Denn in dieser Zeit tragen die Bäume wenig Laub und das Holz trocknet schneller. Vom 1. März bis 30. September sind Baumfällarbeiten teilweise sogar verboten, weil dies die Nist- und Brutzeit von den einheimischen Vögeln stört.

Zudem fallen bestimmte Baumarten unter die Baumschutzverordnung und dürfen nur mit ausdrücklicher Genehmigung gefällt werden. Die Regeln sind regional unterschiedlich und werden lokal durch die Kommunen festgelegt.

Aber ein Baum kann sogar als Bestandteil eines Hauses gelten. So entschied z. B. das Landesgericht Berlin in einem Urteil, dass eine Baumfällung eine bauliche Veränderung darstellt, wenn ein Baum den Charakter eines Gartens prägt. Das Urteil (AZ 53 S 69/15) bezog sich auf die Anfechtungsklage gegen den Beschluss einer Eigentümerversammlung. Diese hatte beschlossen eine Roteiche auf dem Gemeinschaftsgrundstück fällen zu lassen. Der betreffende Baum war 90 Jahre alt und 28 Meter hoch. Laut dem Gutachten eines Sachverständigen musste man zwar langfristig mit  Bruchgefahr rechnen, doch könnte der Baum durch Stutzen und Anlegen eines Baumgurtes noch einige Jahre erhalten bleiben. Somit war die ersatzlose Fällung des Baumes  durch das Urteil verboten.

 

Vor einer Baumfällung sich erst erkundigen

Aus diesen Gründen empfehlen die Makler von REMAX jedem Hausbesitzer, sich vor einer Baumfällung unbedingt vorab bei dem örtlichen Gartenamt oder dem Ordnungsamt der Gemeinde genauestens zu informieren. Denn eine Baumfällung entgegen der geltenden Vorschriften kann sehr teuer werden. Die Fällung eines geschützen Baumes als Ordnungswidrigkeit gilt. Aus diesem Grund kann laut Bußgeldkatalog bei einer Fällung ohne Genehmigung je nach Bundesland eine Geldbuße von bis zu 100.000 EUR drohen. Wenn dagegen ein Baum nicht mehr stabil ist und eine Gefahr darstellt, kann die Gemeinde eine Sondergenehmigung zur Beseitigung des Baumes ausstellen.