Home Office und Steuern

Das Teilzeit-Arbeitszimmer und die Steuer

Heute in der Firma, morgen zu Hause arbeiten: Das Home-Office gehört längst zum Alltag vieler deutscher Arbeitnehmer. Leider gilt nach wie vor die Grundsatzentscheidung des Bundesfinanzhofes nach dem Motto „ganz oder gar nicht“. Demnach kann ein Mitarbeiter, der einen Teil seiner Arbeit Zuhause am Schreibtisch erledigt, dies nicht als Werbungskosten oder Betriebsausgaben von der Steuer absetzen. Das Gericht lehnt eine prozentuale Anerkennung der im Heimbüro verbrachten Arbeitszeit ab. Denn aus seiner Sicht ist eine solche Teilzeit-Nutzung nicht überprüfbar. Auch die anteilige Aufteilung eines Zimmers in private Nutzung und „Büroecke“ wird nicht anerkannt (BFH-Urteil vom 17.2.2016, X R 32/11). Anders sieht es bei der Anmietung eines Arbeitszimmers außer Haus aus. Die Aufwendungen hierfür werden in voller Höhe angerechnet.

 

So sagt die Steuer Ja zum Arbeitszimmer

Wenn kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung steht sind die anteiligen Miet- und Nebenkosten unbegrenzt als Werbungskosten absetzbar. Das Arbeitszimmer muss dann aber nachweislich der Dreh- und Angelpunkt der betrieblichen oder beruflichen Tätigkeit sein. Wenn also z. B. ein freier Journalisten eine 80-Quadratmeter-Wohnung bewohnt, in der sich ein acht Quadratmeter großes Arbeitszimmer befindet, kann er zehn Prozent der Miete bzw. der Finanzierungskosten für den Immobilienkredit absetzen. Dazu kommen die jeweils anteiligen Betriebskosten, Versicherungen und andere Ausgaben.

Auch wer auf das Heimbüro ausweicht, weil im Betrieb kein eigener Schreibtisch zur Verfügung steht, darf die Kosten in der  Steuererklärung geltend machen. Allerdings nur bis zu einer Höchstgrenze von 1.250 Euro jährlich. Von dieser Regelung profitieren z. B. Lehrer ebenso wie Außendienstmitarbeiter und Freiberufler.

Auch Steuerzahler in der Aus- oder Fortbildung dürfen den Arbeitsplatz in der Wohnung absetzen. Denn ihr Heimbüro ist zwangsläufig Mittelpunkt der ihrer Tätigkeit. Dies gilt auch für Rentner oder Pensionäre, die zusätzliche Arbeitseinkünfte haben.

Das Arbeitszimmer muss jedoch ein eigener, abgeschlossener Raum sein. Zusätzlich darf das Zimmer nur „ausschließlich oder nahezu ausschließlich für betriebliche oder berufliche Zwecke“ genutzt werden. Wer sein Arbeitszimmer auch privat nutzt (z. B. als Gästezimmer), kann es nicht von der Steuer absetzen.

 

Eine Sitzecke im Arbeitszimmer ist erlaubt

Auch, was die Einrichtung betrifft, gibt es strenge Regeln. Neben den klassischen Büromöbeln wie Schreibtisch, Stuhl, Regalen und Bücherschrank ist immerhin eine Sitzecke erlaubt. Auch gegen schmückendes Beiwerk wie Blumen und Bilder hat das Finanzamt nichts einzuwenden. Sie arbeiten im Home-Office und sind auf der Suche nach nach einer Wohnung oder einem Haus mit einem seperatem Arbeitszimmer? Kein Problem, nehmen Sie einfach Kontakt mit einem unserer RE/MAX-Makler auf.  Oder Sie hinterlassen uns über unser kurzes Online-Formular Ihre Email-Adresse. Sie werden dann automatisch informiert, sobald ein passendes Objekte gelistet wird.